Resilienz trÀgt durch Krisen. Glaubst du nicht? Hier eine kleine Geschichte...


“Im Alter bekommen die meisten von uns irgendwas. Da zwickt es und drĂŒckt es mal hier und mal da. Das gehört dazu. Ich versuche, das fĂŒr mich anzunehmen, immer wieder neu. Und ich konzentriere mich auf das Gute, das ich jeden Tag erleben darf.”

Das sagte meine 80-jĂ€hrige Tante kĂŒrzlich zu mir. Sie sagte es ganz ruhig und zufrieden. Und in mir löste sie damit ein wohliges GefĂŒhl aus. Als ich sie so reden hörte, wurde mir klar: Meine Tante geht als resilienter Mensch durchs Leben. Sie hat viele Erfahrungen im GepĂ€ck und so manche RĂŒckschlĂ€ge im Laufe ihres Lebens gemeistert. Beides hat sie gelehrt, dass sich Resilienz auszahlt. Deshalb kann sie heute so stark mit dem Alter und allem, was an UnwĂ€gbarkeiten damit bei ihr an die TĂŒr klopft, umgehen. Weil ihr dieser Ansatz zur Lebenshaltung geworden ist.

Und genau davon können wir uns eine Scheibe abschneiden. Denn gebrauchen können wir Resilienz alle - von jung bis alt.


Ich bin der festen Überzeugung: Resilienz trĂ€gt durch Krisen. Denn sie verleiht uns die nötige StĂ€rke und Weitsicht, die wir brauchen, um mit persönlichen und globalen lebensumwĂ€lzenden Themen umzugehen und klarer und zufriedener weiterzugehen.

Deshalb sollte Resilienz unser Lebensthema sein oder werden!


WĂŒnschst du dir, in diesen Zeiten widerstandsfĂ€higer zu sein, damit du körperlich und psychisch gesund und leistungsfĂ€hig bleibst? Dann bist du hier richtig.


In diesem Blogartikel erfĂ€hrst du, weshalb du gut beraten wirst, deine FĂ€higkeit zu Resilienz (oder innere Widerstandskraft, wie sie auch genannt wird) kennenzulernen und sie dann zu trainieren. Und wie du die acht Resilienz SchlĂŒssel nutzt, damit du entspannter durch Krisenzeiten gehst.


Krisen gehören zu unserem Leben wie das tĂ€gliche Brot đŸž

Um mal mit einem Bild einzusteigen: Ich finde, unser Leben ist gestreift wie ein Zebra. Es wird immer gute und weniger gute Momente geben. Das ist eine Tatsache, die du nicht umstoßen kannst.


Schauen wir mal in unser persönliches Leben. Da verĂ€ndern sich tagtĂ€glich Dinge: Wir gehen eine Beziehung ein, grĂŒnden eine Familie oder eine Ehe zerbricht. Ein Kind wird geboren oder ein lieber Mensch stirbt. Wir werden arbeitslos oder bekommen einen neuen Job und ziehen in eine andere Stadt. Wir werden krank oder wir werden gesund.

Das sind nur ein paar Beispiele fĂŒr persönliche VerĂ€nderungen. Du weißt es selbst: Die Liste ist gefĂŒhlt endlos!


Auch global leben wir in einer Zeit, in der es so viel Wandel gibt wie wahrscheinlich nie zuvor. Und ich spreche hier von großen, einschneidenden Dingen, die unsere Menschheit definitiv verĂ€ndern:

Klimakrise, Pandemien, FlĂŒchtlingsströme, kriegerische Auseinandersetzungen, Rohstoffknappheit, Digitalisierung. Um auch hier nur ein paar zu nennen.

Diese globalen VerĂ€nderungen, die im Gange sind, scheinen uns manchmal weit weg. Und gleichzeitig sind sie immer da und haben Einfluss auf unser persönliches Leben. Denn sie finden in unserem Globe statt, um mit den Worten der Themenzentrierten Interaktion (kurz TZI) BegrĂŒnderin Ruth Cohn zu sprechen.


Ich denke, es wird dir schon klar: all diese persönlichen und globalen VerĂ€nderungen bringen Unsicherheit. Große Unsicherheit, der wir uns manchmal kaum gewachsen fĂŒhlen. Und damit du nicht dauerhaft den Kopf in den Sand steckst, sondern dich wieder aufrichtest, brauchst du Resilienz oder innere StĂ€rke.


Deine Resilienz hilft dir, besser mit ihnen umzugehen đŸ’ȘđŸŒ

Und jetzt gleich die gute Nachricht: Diese Unsicherheiten musst du nicht alleine wuppen.  Deine Resilienz hilft dir nĂ€mlich, mit VerĂ€nderungen jeder Art deinen persönlichen Umgang zu finden.

Solltest du jetzt bei dieser Nachricht vor Freude tanzen und ĂŒber den Boden schweben, muss ich dich leider gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurĂŒckholen: NatĂŒrlich verhindert Resilienz nicht, dass du in deinem Leben immer mal wieder durch KrisentĂ€ler wandern musst. Die gehören ja zum Leben dazu, wie du jetzt weißt.


Aber: Dein Wissen um deine Resilienz gibt dir Werkzeuge an die Hand. Werkzeuge fĂŒr mehr Krisenfestigkeit. Wenn du sie sinnvoll nutzt, kommst du schneller raus aus dem Krisental!

In anderen Worten: Resilienz verhindert keine Krisen. Sie erleichtert dir aber ungemein den Umgang mit ihnen. Und das klingt doch vielversprechend, oder?


Vielleicht ist es dir nicht klar, doch: Auch du verfĂŒgst schon ĂŒber Resilienz und kannst sie weiter trainieren, quasi wie einen Muskel. Und da ist es ganz egal, ob du Kind, Jugendliche, Erwachsener oder so alt bist wie meine 80-jĂ€hrige Tante:

Resilienz-Muskel-Training kann jede*r und wirkt bis ins hohe Alter!

Bevor wir uns die Definition von Resilienz anschauen, lass uns einmal kurz auf Spurensuche in die Vergangenheit reisen und schauen, wo alles begann



Was wir von Gummi & Co. lernen können đŸ§œ

UrsprĂŒnglich stammt der Begriff der Resilienz aus der Materialwissenschaft. Das ist, wie dir der Name schon sagt, die Wissenschaft, die die Beschaffenheit von Materialien erforscht. Wissenschaftler haben seinerzeit herausgefunden, dass es Materialien gibt, die sich resilient verhalten.

Resilienz heißt mit dem lateinischen Verb resilire gesprochen: zurĂŒckspringen, abprallen. Und genau diese Eigenschaft zeigen gewisse Materialien. Wenn von außen unter Krafteinwirkung Druck auf sie ausgeĂŒbt wird, verformen Sie sich. LĂ€sst der Druck nach, kommen sie nach und nach wieder in ihren Ursprungszustand zurĂŒck.

Na, welches Material kommt dir bei dieser Beschreibung in den Kopf? Na klar, Gummi zum Beispiel:

Stell dir einen Hartgummiball vor, in den du mit ordentlich Kraft einen Bolzen stemmst. Der Abdruck des Bolzens ist sofort zu erkennen. Hörst du damit auf und lÀsst etwas Zeit verstreichen, sieht der Gummiball irgendwann nahezu wieder aus wie vorher.


Ein anderes Beispiel aus der Natur ist der Bambus. Er zeigt auch eine wesentliche QualitĂ€t von Resilienz:  Wenn du als Mensch resilient agierst, bist du nĂ€mlich situationselastisch.  Das macht uns der Bambus vor, denn bei Wind und Schnee biegt er sich nach unten. Macht sich quasi flach. Und wenn dann die Sonne wieder herauskommt, richtet er sich wieder auf.   Er findet also einen elastischen Umgang mit den WetterverhĂ€ltnissen.

Jetzt bist du natĂŒrlich weder aus Gummi noch aus Bambus. Du bist ein Mensch: Und wer die Erforschung der personalen Resilienz federfĂŒhrend nach vorne gebracht hat, erfĂ€hrst du jetzt.

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Emmy E. Werner: Die Frau, die dem Thema auf die Schliche kam đŸ§

Eine DER Pionierinnen der Resilienzforschung ist Emmy E. Werner (1929 - 2017). Sie lebte wÀhrend des Zweiten Weltkriegs als Kind in Deutschland. Mit Anfang 20 wanderte sie in die USA aus und wurde Entwicklungspsychologin.

1955 startete sie eine LĂ€ngsschnittstudie (komischer Begriff, nicht wahr? KlĂ€rt sich gleich
) auf der hawaiianischen Insel Kauai. FĂŒr die personale Resilienzforschung was das ein echter Meilenstein:

Mit ihrer Studie begleitete sie 40 Jahre lang 698 Kinder, die im Jahr 1955 auf der Insel geboren wurden. Von diesen Kindern kam ca.1/3 aus sogenannten high risk families. Wie der Name schon sagt, wurden diese Kinder in schwierigen VerhĂ€ltnissen groß. Weil es in ihren Familien FĂ€lle von Arbeitslosigkeit, Alkoholmissbrauch, Krankheit, Scheidung, Missbrauch etc. gab.  Wenn du dir diese Kinder vorstellst, dann wird dir sicher schnell klar, dass ihre Ausgangsbedingungen nicht so gut waren wie beim Rest der Kinder.

Das Spannende, was Emmy E. Werner herausfand: Ein Drittel der Kinder aus high risk families standen als lebenstĂŒchtige Erwachsene stark und gesund im Leben: Sie lebten in festen Beziehungen, hatten Jobs, keinen Kontakt mit dem Gesetz. TatsĂ€chlich hĂ€tte man das nicht unbedingt erwarten können.

Bei ihren Nachforschungen erzĂ€hlten ihr die Personen, dass sie deshalb so gut durch ihre schwere Kindheit und Jugend gehen konnten, weil sie sich eine Bezugsperson außerhalb ihres engen Umfeldes gesucht haben. Das konnte die entfernt lebende Großmutter sein, der Pastor oder die Lehrerin.  Egal, wer es war: Diese Menschen waren fĂŒr die Kinder da. Und vor allem sahen sie ihre Potenziale und glaubten an ihren Weg. Und das hat die Kinder stark gemacht. Sie wussten: Da ist jemand, der mich trĂ€gt.

Außerdem fiel Emmi E. Werner auf, dass die high risk Kinder ĂŒber besondere (wie wir jetzt wissen resiliente) FĂ€higkeiten und Eigenschaften verfĂŒgten:

  • Sie waren sehr bodenstĂ€ndig und realistisch mit dem Hier und Jetzt verwurzelt.
  • Gleichzeitig schafften sie es, mit ihrer positiven Grundeinstellung optimistisch nach vorne zu schauen und PlĂ€ne zu schmieden.
  • Sie waren sozial engagiert. Sehr an ihrer Umwelt interessiert setzen sich fĂŒr Menschen, die es brauchten, ein und ĂŒbernahmen Verantwortung.


Ich finde, die Geschichte der Kauai Kinder macht sehr eindrĂŒcklich klar: Resilienz trĂ€gt durch Krisen!


Der NĂ€hrboden fĂŒr Resilienz đŸŒ±

Es gibt also verschiedene Schutzfaktoren, die begĂŒnstigen, dass Menschen ihre Resilienz weiterentwickeln. Und die es den high risk Kindern ermöglichten, kompetente und umsorgende Erwachsene zu werden.

Sie lassen sich in den folgenden 4 Clustern zusammenfassen:

  1. Spezielle Temperament+ und Charaktereigenschaften
  2. FĂ€higkeit, die eigenen Gaben erfolgreich zu nutzen
  3. Erziehungsstil und Schulerfolg
  4. Bezugspersonen und unterstĂŒtzende Beziehungen


Wie DĂŒnger, der den Boden ertragreich macht, wirken auch diese Faktoren wie ein Resilienz-VerstĂ€rker. Aber andersherum gesprochen: Wenn du nicht von allem hast, genĂŒgt es auch, eine oder zwei SĂ€ulen stark auszubilden.

Die Ausgangsbedingungen fĂŒr Resilienz unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Ich denke, das ist klar geworden. Und trotzdem noch einmal die positive Botschaft zum Schluss: Auch mit schwĂ€cheren Ausgangsbedingungen können Menschen resilient durchs Leben gehen!


Und jetzt in einem Satz: Das ist Resilienz đŸ‘â€đŸ—š

Unter Resilienz wird die FĂ€higkeit von Menschen verstanden, Krisen im Lebenszyklus unter RĂŒckgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass fĂŒr Entwicklung zu nutzen. (Quelle: Welte -Enderlin, Zitat nach Fröhlich-Gildoff und Rönnau-Böse)


8 SchlĂŒssel helfen dir. Von A bis Z đŸ—ïž

Besonders die ersten beiden Cluster hast du ja fast ausschließlich selbst in der Hand. Sie hĂ€ngen am engsten mit deiner Persönlichkeit zusammen. Und genau dort spielen auch die 8 sogenannten Resilienz-SchlĂŒssel, die ich dir ans Herz legen möchte:


Wenn du mehr darĂŒber erfahren möchtest, wie die einzelnen SchlĂŒssel dir in schweren Situationen helfen und was sie bewirken, lies in meinen verlinkten Blogartikeln weiter.



Mein Appell an dich đŸ“ą

Wandel ist keine Sackgasse. Du weißt jetzt, dass wir Werkzeuge an der Hand haben. Wenn wir sie nutzen, gehen wir aktiv und selbst-bewusst unseren Weg durch VerĂ€nderung. Lass dich deshalb ab jetzt von deinen Resilienz-SchlĂŒsseln leiten!

  • Wir alle haben sie in uns: Verhaltensweisen und Denkmuster, die uns helfen, stark durch Krisenzeiten zu gehen.
  • Wir alle können sie jederzeit trainieren und weiter ausbauen.
  • Uns allen eröffnen sie einen wertvollen Schatz: ein Mehr an innerer Widerstandskraft.


In meinem Kurs “Alles eine Frage der Haltung” nehmen wir diesen vielversprechenden SchlĂŒsselbund in die Hand. Mit viel Austausch und leichten alltagstauglichen Übungen machen wir uns auf den Weg: hin zu mehr innerer StĂ€rke.

Du hast noch Fragen zu Resilienz oder zu meinem Blended Learning Kurs? Dann lass uns sprechen!

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